Gutachten

    Rigg-Check für Segelyachten

    Der Rigg-Check ist eine systematische Sicht- und Funktionsprüfung der gesamten Riggstruktur einer Segelyacht: Mast, Spreizen, stehendes und laufendes Gut, Terminals, Wanten, Winschen und Decksbeschläge. Ziel ist die rechtzeitige Identifikation sicherheitskritischer Schwächen, bevor sie auf See zum Problem werden.

    Was wird beim Rigg-Check geprüft?

    Wir inspizieren stehendes Gut (Wanten, Stagen, Backstagen), laufendes Gut (Fallen, Schoten, Strecker), Terminals, Spannschrauben, Mastfuß, Salinge, Spreizen, Bolzen und Splinte. Auf Deck prüfen wir Beschläge, Decksdurchführungen, Schienen, Wagen, Winschen und Klemmen auf Verschleiß, Korrosion und Befestigung.

    Bei besonderem Verdacht oder älteren Riggs setzen wir ergänzende Verfahren ein – Endoskopie, Färbeeindringprüfung an Schweißnähten, gezielte Demontage einzelner Terminals oder eine vollständige Rigg-Demontage zur eingehenden Inspektion.

    Wann ist ein Rigg-Check sinnvoll?

    Typische Anlässe:

    • Vor Saisonstart, insbesondere nach längerer Standzeit
    • Vor einer Langfahrt, Überführung oder Atlantiküberquerung
    • Im Rahmen eines Ankaufsgutachtens
    • Versicherungsforderung nach einer bestimmten Riggstandzeit (häufig 10–15 Jahre)
    • Nach Patenthalse, Mastlegen oder ungewöhnlichem Belastungsereignis

    Stehendes und laufendes Gut

    Beim stehenden Gut beurteilen wir Drahtqualität, Litzenbrüche an Terminals, Korrosion an den Enden, Risse an Spannschrauben, Maß- und Spielprüfung an Bolzen sowie korrekten Riggtrimm. Beim laufenden Gut bewerten wir Verschleiß, UV-Schäden und Funktion an Stoppern, Umlenkungen und Klemmen.

    Auf Wunsch erstellen wir eine Empfehlungsliste mit Priorisierung („Sofort tauschen / Saisonbegleitend / Langfristig") inklusive Materialvorschlägen, sodass Sie die Maßnahmen mit Ihrer Werft oder einem Rigger umsetzen können.

    Bericht und nächste Schritte

    Sie erhalten einen fotodokumentierten Bericht mit Befunden, Bewertung und priorisierten Empfehlungen. Bei sicherheitskritischen Befunden informieren wir Sie direkt am Schiff, damit Sie kurzfristig reagieren können.

    Häufige Fragen

    Muss das Rigg für die Inspektion gelegt werden?
    Nicht zwingend. Viele Befunde lassen sich mit Mastlift, Stuhl im Mast und Endoskopie aufnehmen. Für ältere Riggs oder spezifische Verdachtsmomente empfiehlt sich aber das Mastlegen mit Demontage einzelner Terminals.
    Wie lange dauert ein Rigg-Check?
    Eine Standyacht 35–50 ft mit aufgerichtetem Mast nimmt typischerweise 3–5 Stunden in Anspruch. Mit gelegtem Mast und Demontage einzelner Beschläge entsprechend länger.
    Bekomme ich konkrete Tauschvorschläge?
    Ja. Wir geben Materialempfehlungen und Prioritäten an, sodass Sie die Umsetzung mit Werft, Rigger oder Selbsthilfe planen können.
    Ist der Rigg-Check für die Versicherung anerkannt?
    Ein dokumentierter Rigg-Check wird von gängigen Yachtversicherern als Nachweis für regelmäßige Wartung akzeptiert und kann bei Versicherungsfragen ab definiertem Riggalter relevant sein.

    Rigg-Check anfragen

    Nennen Sie uns Yachttyp, Riggalter und Liegeplatz – wir koordinieren den Termin direkt mit Ihrer Werft oder Marina.