Ultraschall & Materialprüfung

    Ultraschallmessung am Stahlrumpf (Wanddickenmessung)

    Wir messen die Restwandstärke von Stahlrümpfen mit kalibrierten Ultraschallgeräten im Multi-Echo-Verfahren. Damit wird die tatsächliche Stahlsubstanz dokumentiert – ohne die vorhandene Beschichtung zu zerstören und unabhängig von kosmetischem Erscheinungsbild.

    Was ist eine Wanddickenmessung am Stahlrumpf?

    Die Wanddickenmessung mit Ultraschall ist die etablierte zerstörungsfreie Methode, um die tatsächlich vorhandene Stahldicke am Rumpf zu bestimmen. Ein Sender sendet einen Ultraschallimpuls in das Material; die Laufzeit bis zum Echo an der gegenüberliegenden Wand wird in eine Materialdicke umgerechnet.

    Wir arbeiten ausschließlich im Multi-Echo-Verfahren mit Twin-Crystal-Sonden. Das ermöglicht die Messung durch intakte Beschichtungen hindurch – Lack, Antifouling oder Versiegelungen müssen also nicht großflächig entfernt werden.

    Wann ist die Messung sinnvoll?

    Typische Anlässe für eine Wanddickenmessung am Stahlrumpf:

    • Ankaufsgutachten älterer Stahlyachten (ab ca. 15 Jahren empfehlenswert)
    • Periodische Kontrolle im Rahmen der Werftaufenthalte
    • Verdacht auf Korrosion, Lochfraß oder Materialabtrag
    • Klasse- und Versicherungsanforderungen, die Restwandstärken nachweisen
    • Vor größeren Refits, Umbauten oder Decksarbeiten

    Vorgehen und Lieferumfang

    Wir messen ein definiertes Rasterfeld am Unterwasserschiff, an Stevenrohren, Kielanschluss, Wassergangbereich und gezielt an Bereichen mit erhöhtem Korrosionsrisiko – z. B. unter Stringern, hinter Tanks oder im Bilgenbereich. Pro Messpunkt werden mehrere Werte aufgenommen, der niedrigste Wert dokumentiert.

    Sie erhalten einen Messbericht mit Rasterplan, Einzelwerten, statistischer Auswertung, Vergleich zur Soll-Wandstärke und einer Einschätzung zum weiteren Vorgehen (z. B. Folgemessungen, partielle Doppelung, Sanierung).

    Abgrenzung zu anderen Verfahren

    Die Ultraschallmessung dokumentiert die Materialstärke – sie ersetzt nicht die visuelle Begutachtung von Schweißnähten, Korrosionsbildern oder Anbauteilen. Für eine vollständige Bewertung kombinieren wir die Messung mit einem klassischen Sicht- und Funktionsbefund. Für Aluminium- und Carbon-Strukturen siehe unsere separaten Seiten.

    Verwandte Leistungen

    Häufige Fragen

    Muss das Antifouling vor der Messung entfernt werden?
    Nein. Im Multi-Echo-Verfahren wird durch intakte Beschichtungen hindurch gemessen. Nur an stark beschädigten oder dick aufgetragenen Stellen sind lokale Vorbereitungen sinnvoll.
    Wie viele Messpunkte werden aufgenommen?
    Das richtet sich nach Schiffsgröße und Anlass. Üblich sind 150–400 Messpunkte bei klassischen Yachten; bei größeren Schiffen entsprechend mehr.
    Wie genau sind die Messwerte?
    Mit kalibrierten Geräten und Twin-Crystal-Sonden erreichen wir typische Toleranzen von ±0,1 mm. Vor jeder Messung wird das Gerät am Bordmaterial bzw. an einem Referenzkörper kalibriert.
    Wird die Messung von Versicherungen anerkannt?
    Ja, ein nachvollziehbarer Wanddickenbericht ist Standardgrundlage für Versicherer und Klassifikationsgesellschaften.

    Ultraschallmessung anfragen

    Senden Sie uns Schiffstyp, Baujahr, Liegeplatz und Anlass – wir nennen Ihnen Umfang und Honorar für die Messung.